Senioren

Stürze von Senioren im Bad verhindern

Wie die jährliche Statistik zeigt, sind Stürze vor allem für Senioren enorm gefährlich. Während 35 Prozent der Menschen über 65 Jahren mindestens einmal pro Jahr stürzen, steigt die Quote bei Personen über 80 Jahren sogar auf 50 Prozent an.


Inhaltsverzeichnis

1 Stürze im Badezimmer: Ein häufiges Problem
2 Warum sind Stürze im Badezimmer so häufig?
3 Badewanne und Dusche – besonders gefährliche Bereiche
4 Sorgen Sie für festen Halt in allen Bereichen des Badezimmers
5 Die Toilette – eine besondere Herausforderung im Alter
6 Den Waschtisch zugänglicher machen
7 Der Boden – die Rutschgefahr minimieren
8 Vorsicht bei Umbauten in Mietwohnungen
9 Haltegriffe in der gesamten Wohnung
10 Verzichten Sie auf Teppiche
11 Sitzgelegenheiten immer in Reichweite


Wobei auch hier die genaue Erfassung schwierig ist, da sich die Fachwelt noch immer um die genaue Definition eines Sturzes streitet. Der Einfachheit halber folgen wir hier der gängigen These, dass ein Sturz unabsichtlich geschieht und sich die gestürzte Person nach dem Sturz auf einer niedrigeren Ebene als vorher befindet.

Stürze im Badezimmer: Ein häufiges Problem

Sehr häufig kommt es zu Stürzen im Badbereich oder Toilettenbereich. Auf die Gründe für diese Stürze gehen wir in einem späteren Punkt nochmal ein. Das große Problem bei Stürzen ist vor allem die Verletzungsgefahr. So erfordern rund 10 – 20 Prozent aller Stürze im Alter eine medizinische Versorgung.

Die Quote steigt mit dem Alter der Betroffenen weiter an, da unter anderem die Stabilität der Knochen und der Schutz durch die vorhandene Muskulatur nachlassen. Die Stürze und ihre Folgen sind ein häufiger Grund für eine eingeschränkte Mobilität bei vielen Senioren. Sei es aus Angst vor neuen Stürzen, sei es aufgrund der beim Sturz erlittenen Verletzung.

Allerdings kann eine vorhandene Sturzangst die Gefahr von Stürzen sogar erhöhen. Wichtig sind daher eine gute Absicherung der Räumlichkeiten und eine angepasste Einrichtung. Dies gilt vor allem im Badezimmer.

Warum sind Stürze im Badezimmer so häufig?

Sehr viele Stürze von Senioren passieren im Badezimmer. Dies hat verschiedene Gründe. Zum einen sind die meisten Badezimmer nicht seniorengerecht eingerichtet und weisen enorme Hürden auf. Egal ob Dusche oder Badewanne, allein der hohe Einstieg kann viele Senioren überfordern und Stürze verursachen.

Doch auch die Beleuchtung des Badezimmers, die häufig im Badezimmer vorhandenen, losen Teppiche und die Glätte des Bodens bei Feuchtigkeit können zu Problemen führen. Zu all den äußeren Faktoren kommen auch noch innere Auslöser. So kann beispielsweise bei einer heißen Dusche oder einem heißen Wannenbad der Kreislauf stärker belastet werden, sodass beim schnellen Aufstehen oder bei schnellen Bewegungen der Kreislauf zusammenbricht und es in Folge zu einem Sturz kommt.

Wichtig ist, sich bereits frühzeitig, nach Möglichkeit bereits vor einem Sturz, mit der richtigen Absicherung der Wohnung zu beschäftigen. Während dies in vielen anderen Räumen deutlich einfacher ist, müssen beim Badezimmer besondere Anforderungen berücksichtigt werden. Betrachten wir zunächst das Bad und wenden uns im Anschluss weiteren Wohnbereichen beim Thema Sturzprophylaxe zu.

Badewanne und Dusche – besonders gefährliche Bereiche

Sowohl Badewanne als auch Dusche können im Alter schnell gefährlich werden und stellen mit ihrem hohen Einstieg und dem glatten Boden oftmals ein erhebliches Sturzrisiko dar. Besonders seniorenfreundlich sind somit ebenerdige Duschen mit einem ebenerdigen Einstieg.

Wird weiterhin eine Wanne gewünscht, kann man auf eine Badewanne mit Türe zurückgreifen, sodass der Einstieg und Ausstieg aus der Wanne ebenfalls ebenerdig erfolgen kann. Sind solche Umbauten nicht möglich, gibt es noch verschiedene Liftsysteme, die direkt an der Badewanne montiert für den sicheren Ein- und Ausstieg sorgen.

Badewanne mit Türe

In der Dusche spielt die Standsicherheit ebenfalls eine wichtige Rolle. Neben Haltegriffen sollten hier passende Duschhocker verwendet werden. Diese können entweder freistehen oder fest mit der Wand verbunden werden.

So können Senioren bequem und sicher im Sitzen duschen und müssen dennoch nicht auf die selbstbestimmte Körperpflege verzichten. Weitere Infos finden Sie unter Badewanneneinstiegshilfen.

Sorgen Sie für festen Halt in allen Bereichen des Badezimmers

Stürze im Badezimmer lassen sich sehr häufig durch einen sicheren Halt vermeiden. Haltegriffe bieten dabei nicht nur Sicherheit, sondern helfen auch den Körper zu stabilisieren und sich fest im Raum zu verorten.

Zudem können diese Griffe viele Bewegungen deutlich erleichtern und sollten somit in all den Bereichen angebracht werden, in denen die Haltung im Bad gewechselt wird. So erleichtern passend montierte Haltegriffe an der Toilette sowohl das Hinsetzen als auch das Aufstehen, während Griffe in der Dusche und an der Badewanne für mehr Sicherheit bei allen Bewegungen sorgen. Die Haltegriffe lassen sich in der Regel sehr einfach montieren und überzeugen durch ihre hohe Stabilität und Sicherheit.

Die Toilette – eine besondere Herausforderung im Alter

Allein der Toilettenbesuch kann im Alter bereits problematisch werden. Dies liegt an verschiedenen Faktoren. Zum einen spielt die Höhe der Toilette eine wichtige Rolle. Ist diese zu hoch oder zu niedrig, kann das Setzen und Aufstehen schnell problematisch werden. Zudem haben viele Senioren, ähnlich wie Patienten nach einem Schlaganfall, eine sehr geringe Rumpfstabilität und sitzen aus diesem Grund nicht mehr sicher. Daher kommt es häufig zu seitlichen Stürzen von der Toilette mit oftmals schwerwiegenden Folgen.

Höhenverstellbare Toiletten können hier bereits viele Punkte erleichtern, sind aber häufig auch dementsprechend teuer. Lebt die Person allein, kann auch eine Toilette in der passenden Höhe ausgewählt werden. Spezielle Toilettensitze mit Seitenlehnen hingegen können verwendet werden, um die seitlichen Stürze zu verhindern und mehr Halt und Stabilität beim Toilettengang zu erhalten.

Ein kleiner, aber wichtiger Punkt ist die richtige Platzierung des Toilettenpapiers. Der Spender ist in vielen Badezimmern hinter dem WC angebracht und somit für Senioren nur sehr schwer zu erreichen. Diesen so zu positionieren, dass er leicht zugänglich ist, kann den Komfort deutlich erhöhen und zugleich die Sturzgefahr bei Bewegungen auf der Toilette minimieren.

Den Waschtisch zugänglicher machen

Waschbecken und Waschtisch können ebenfalls seniorenfreundlich gestaltet werden. So gibt es beispielsweise höhenverstellbare Modelle auf dem Markt, welche beispielsweise auch mit dem Rollstuhl unterfahren werden können.

Lässt sich die Höhe individuell einstellen, können beispielsweise die Haare im Waschbecken gewaschen werden, ohne dass es zu Problemen mit dem Gleichgewicht oder dem Kreislauf kommt. Alternativ kann die Höhe auch auf eine Person exakt angepasst werden, sodass die teuren, höhenverstellbaren Varianten vermieden werden können.

Der Boden – die Rutschgefahr minimieren

Der Boden im Badezimmer kann durch Spritzwasser und Luftfeuchtigkeit schnell rutschig werden. Neben besonders rutschhemmenden Fliesen können Sie durch Antirutschmatten mit geringer Höhe die Sturzgefahr ebenfalls minimieren.

Diese sollen sowohl auf dem Boden des Bades als auch in Badewanne oder Dusche installiert werden, um einen sicheren Stand zu gewährleisten. Die Auswahl sollte immer mit Unterstützung eines Fachhändlers erfolgen, damit die gewünschte Sicherheit in jedem Fall gegeben ist.

Vorsicht bei Umbauten in Mietwohnungen

Während Sie in den eigenen vier Wänden das Badezimmer und die gesamte Wohnung sturzsicher gestalten können, müssen Sie bei Mietwohnungen die baulichen Veränderungen mit dem Vermieter absprechen.

Oftmals beteiligen sich allerdings Vermieter sogar an den Umbaukosten, da diese die Wohnung aufwerten und die spätere Weitervermietung erleichtern. Holen Sie sich für jede bauliche Veränderung in jedem Fall das schriftliche Einverständnis des Vermieters ein, um eventuellen Regressforderungen begegnen zu können.

Haltegriffe in der gesamten Wohnung

So wichtig wie im Badezimmer sind stabile Haltegriffe in der gesamten Wohnung. Egal ob bereits ein Sturz stattgefunden hat oder nicht, die Sicherheit dieser Griffe an den verschiedenen Wänden senkt die Sturzwahrscheinlichkeit deutlich. Da die Griffe einfach montiert werden können, ist dieser Umbau schnell und einfach erledigt.

Verzichten Sie auf Teppiche

Teppiche können nicht nur rutschen, sie bilden auch störende Stolperkanten, an denen die Füße gerne hängenbleiben können. Da bei vielen Senioren der Gleichgewichtssinn nachlässt, kann ein kleines Stolpern bereits zu einem schweren Sturz führen. Verzichten Sie daher auf kleine Teppiche.

Wenn Teppichboden gewünscht ist, sollte dieser über den gesamten Raum verlegt werden, sodass keine Stolperkanten entstehen können. Das mag zwar das Bild der Wohnung nachhaltig verändern, sorgt aber langfristig für eine bessere Sicherheit.

Sitzgelegenheiten immer in Reichweite

Auch die Kondition lässt bei Senioren oftmals sehr schnell nach. Wenn der Platz in der Wohnung es erlaubt, sollten Sie dafür sorgen, dass ausreichend Sitzgelegenheiten in Reichweite stehen. Selbst kleine Hocker können den Alltag bequemer und komfortabler machen und dabei dafür sorgen, dass ausreichend Kraft getankt werden kann. Je geringer die Abstände zu diesen Sitzgelegenheiten sind, umso geringer die Gefahr eines Sturzes.

Weiterführende Links:
Badewannentür nachträglich einbauen